Gravur – die unterschiedlichen Verfahren einfach erklärt

Gravur – die unterschiedlichen Verfahren einfach erklärt

Als Gravur wird im Allgemeinen eine Einschneidung von Schriften oder Verzierungen in festen Elementen wie beispielsweise Metall, Stein oder Glas bezeichnet. Um eine entsprechende Oberflächenstruktur auf dem jeweiligen Gegenstand zu erschaffen, wird bei der Gravur ein wenig Material abgetragen. Um diesen schönen Effekt zu erschaffen, gibt es vor allem zwei unterschiedliche Möglichkeiten: Die sogenannte mechanische Gravur sowie die Lasergravur. Doch wie funktioniert das jeweilige Verfahren und mit welchen Vor- und Nachteilen ist es verbunden? Die Antworten darauf gibt es in diesem Artikel.

Lasergravur: Die Präzision steht im Vordergrund

Wie die Laserbeschriftung funktioniert, lässt sich einfach erklären. Die Funktionsweise ist ähnlich wie bei der Randschichthärtung mittels Laser. Bei einem Laserstrahl handelt es sich um gebündeltes Licht. Dieses Licht enthält sehr viel Energie, die gebündelt eine große Punktwärme erzeugen kann. Durch diese Wärme entstehen auf der Oberfläche eines Objekts unterschiedliche Effekte. Wie diese genau ausfallen, ist vor allem von der Dauer und Intensität der Bestrahlung durch das Laserlicht abhängig.

Bei der Lasergravur wird das gewünschte Motiv zunächst auf einer Vorlage erstellt. Im Anschluss daran wird es präzise auf die gewünschte Oberfläche aufgetragen und dort aufgeschmolzen. In weiterer Folge verdampft es und es entsteht eine Kontur mit einer spürbaren Tiefe. Um diesen Effekt zu erzielen, ist bereits eine Tiefe von einem halben Millimeter ausreichend. Das Laserverfahren ist geeignet, um Metalle aller Art, Kunststoffe und sogar Holz zu gravieren.

Ein großer Vorteil der Lasergravur ist der geringe Verschleiß an Werkzeug und Verbrauchsmaterialien. Da kein zeitaufwendiger Werkzeugwechsel stattfinden muss, wird dadurch auch Zeit eingespart. Im Gegensatz zu mechanischen Gravuren handelt es sich darüber hinaus um eine äußerst materialschonende Variante, da die Oberfläche berührungslos bearbeitet wird.

Mit dem Verfahren können nicht nur Buchstaben, sondern auch kleine Details und Logos hochpräzise auf die gewünschte Oberfläche übertragen werden. Sogar eine Gravur von Fotos wird dadurch möglich. Um den gewünschten Effekt zu erreichen, ist lediglich das entsprechende Equipment erforderlich. Große Erfahrung wird dafür hingegen nicht benötigt.

Mechanische Gravur: Die Urform der Gravur

Die ersten Nachweise an von Menschenhand gefertigten Gravuren reichen bis in das mittlere Steinzeit-Alter vor 60.000 Jahren zurück. Dabei handelte es sich um schraffierte Streifen auf Straußeneiern. Die Hochzeit erlebte die Gravur vor allem in den Jahren von 1470 bis 1530 durch bekannte Meister wie etwa Albrecht Dürer oder Martin Schongauer.

Die Technik hat sich dabei seit damals zwar verfeinert, aber nicht grundlegend verändert. Bei der mechanischen Gravur wirken mechanische Kräfte auf die gewünschte Oberfläche ein. Zu diesem Zweck wird das Werkstück eingespannt und mit einer Fräsmaschine bearbeitet. Dadurch können Buchstaben und Ornamente freigelegt werden.

Je nachdem, welches Werkzeug dafür verwendet wird, können unterschiedliche Materialien wie beispielsweise Kunststoff-Schichtmaterialien bearbeitet werden. Primär ist das Verfahren aber vor allem für Metall geeignet. Denn bei diesem Material ist nicht nur eine Tiefengravur möglich, darüber hinaus können die Metalle mit derselben Maschine auch noch geschnitten beziehungsweise mit Bohrungen versehen werden.

Im Gegensatz zur Lasergravur ist hierfür allerdings sehr viel Erfahrung erforderlich. Darüber hinaus ist das Verfahren wesentlich unpräziser. Buchstaben lassen sich damit zwar ebenfalls gut gravieren, doch die Anbringung von detailreichen Logos oder gar Fotos ist in diesem Fall höchstens Künstlern vorbehalten.

Neben diesem Aspekt ist jedoch vor allem der hohe Materialverschleiß der größte Nachteil der mechanischen Gravur. Das betrifft nicht nur die Maschine, sondern vor allem den Fräskopf. Deshalb muss dieser in regelmäßigen Abständen ersetzt werden.

Wer heutzutage eine dreijährige Ausbildung zum Graveur absolviert, wird dabei grundsätzlich mit beiden Verfahren vertraut gemacht. Der Schwerpunkt liegt zwar nach wie vor auf der mechanischen Gravur. Doch es wird selbstverständlich auch vermittelt, wie sich Gegenstände mit dem Laser bearbeiten lassen.

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